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Samstag, 13. Mai 2017

Shopping und schlemmen mit Lebensmittelgutscheinen

Bericht vom 12. 05. und 21. 05. (weiter unten)
FriGGa:

"Vor Jahren habe ich mal alle Supermärkte u.ä. gefragt per Mail, ob sie Lebensmittelgutscheine annähmen.
Die Antworten waren gemischt, meist blieben sie aus.

Inzwischen gibt es wohl ein "Pass-System" (wie Treuepunkte?) mit Sodexo-Gutscheinen, die offensichtlich nicht nur Sanktionierten (und mancherorts Geflüchteten) ausgehändigt werden, sondern auch Mitarbeitern von Firmen.

Am 12. 05. war ich mit einigen anderen Interessierten mit Lebensmittelgutscheinen im Abgeordnetenhaus von Berlin.

Dort wollten wir uns gemeinsam eine warme Mahlzeit in der Kantine gönnen.

5 Leute ließen sich die Teller vollpacken mit einer "Hirtenpfanne".
Ich trat an die Kasse und zog meine SODEXO-Gutscheine hervor.
Da war die gute Frau an der Kasse erstmal überfordert. Es wurde der Vorgesetzte gerufen, der angab, dass solche Scheine dort nicht akzeptiert würden.
Sowas würde allgemein immer vor dem Laden oder Restaurant vermerkt sein (?) - was mir noch nie aufgefallen war.
Bei Kaufland hatte ich problemlos einen der Gutscheine einlösen können als Testeinkauf - und den Einkauf auch mit Bargeld koppeln können.

Es gab dann noch ein kurzes Gespräch mit der Kassiererin, die selber (bis vor Kurzem oder noch) Hartz-IV-Betroffene war und sich immernoch über das Jobcenter ärgerte. Die Arbeit hatte sie sich selbst gesucht ohne Hilfe des Jobcenters.
Die Kantine sei von einer privaten Firma betrieben, also nicht Eigenbetrieb des Abgeordnetenhauses...
Es staute sich der Verkehr an der Kasse. Einige Leute um uns herum bekamen mit, dass es Probleme an der Kasse gäbe - die meisten wichen aber auf eine andere Kasse aus und es waren hauptsächlich Schulklassen dort essen - keine als Abgeordnete erkennbare Menschengruppen.

Wir bedankten uns bei der freundlichen Kassiererin und ließen unsere 5 Essensteller stehen.

Leider bekamen wir keine offiziell schriftlich bestätigte Versagung der Annahme von Gutscheinen, um das dem Jobcenter oder den Gerichten vorzulegen."

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Die Stigmatisierung durch den Einkauf mit Lebensmittelgutscheinen

Ralph Boes schreibt ausführlich dazu>>

*Gutscheine benachteiligen Verkäufer, machen es anstrengend mit dem Kunden ein Geschäft zu machen

*Gutscheine geben Einkäufer ggf. als HArtz IVler, die nicht "brav" waren, zu erkennen - also als "faule Schmarotzer"

*Sodexo-Gutscheine lassen zwar nicht unmittelbar auf Hartz IV Leistungskürzung schließen, sind aber ein Riesengeschäft für die zwischengeschaltete Firma Sodexo

*Auch Sodexo-Gutscheine werden nicht überall angenommen - Le Corbag scheint sie zu nehmen - super, da ist es ja auch sehr günstig, mittags einen Snack abzugreifen...

*Gutscheine sind kein Ersatz für Bargeld oder Geld auf dem Konto - man kann sie wegen der Gültigkeitsdauer nicht in den Folgemonat mitnehmen, kann auch keine Schnäppchen etc. außerhalb der eigenen Stadt/des eigenen Landkreises einkaufen

*Auf Märkten werden sie vermutlich auch nicht angenommen - außer der Händler möchte sie selbst irgendwo einlösen (wenn er Biotomaten verkauft und statt Bargeld für sich selbst bei Kaufland was zu essen holen will)

*Die Höhe der Gutscheine schränkt einen ggf. (stark) in der Zusammenstellung der Einkäufe ein, man muss Hamsterkäufe machen oder haltbare Dinge holen statt frischer Dinge, muss in einem Laden mehr kaufen und hat weniger Budget für einen anderen Laden - weil man ja nicht Bargeld an der Kasse zurückbekommt (max. 10 %).

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Einige kreative Ideen mit Gutscheinen:


Tausch-den-schein.de (gab es mal als Angebot von einigen Grundeinkommensaktiven) - Gutscheininhaber tauschen ihre Scheine in Bares und Aktivisten gehen fröhlich einkaufen - mit Vollmacht oder begleitet vom ursprünglichen Inhaber.

Diese Idee war zuvor in Oranienburg lange Zeit praktisch und vielfach genutzt umgesetzt worden für Geflüchtete, die kein Geld erhielten, bis das Gesetz verändert wurde und die Geflüchteten auch Geld bekamen.


FriGGa bietet Gutscheine zum VERKAUF an - sie hat schon Interessenten gefunden...
Sollte sie mehr Geld bekommen als die Gutscheine wert sind, wird sie das als Einkommen dem Jobcenter stolz vermelden ;-)
(Stand 19. 05.: Tausch von 2 Gutscheinen in Bargeld ohne Gewinn oder Verlust)

FriGGa geht mit einigen Gutscheinen in ihrem Wahlkreis einkaufen, um sich schonmal als Kandidatur-Anwärterin (als parteilose Direktkandidatin)
vorzustellen.

Wenn sie ihre Gutscheine nicht loswird, hat sie schon eine Idee für das Monatsende ;-)

Wir berichten von unseren Erfahrungen dann hier weiter ;-)


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Bericht von den Einkäufen bzw. Einkaufsversuchen am Sonntag, dem 21. 05. 2017:

FriGGa und andere Leute suchen den EDEKA im Bahnhof Friedrichstraße auf, um dort einzukaufen.
Sie legen z.B. Chips, Joghurt, Cola, Kaugummis und Bier auf das Fließband sowie auch Klopapier.
Doch die Gutscheine werden gar nicht angenommen!
 Im Internet auf der Seite von SODEXO steht, dass Edeka die Gutscheine annimmt. Aber offenbar entscheidet das jeder Händler separat für sich - es ist nicht bei allen Edekas so.
Die Sachen bleiben alle auf dem Kassenband liegen und müssen von einem anderen Kollegen, der eigens herbeigerufen wird, abgeholt werden.

Danach gehen alle in das nahegelegene Reformhaus Vitalia.
Dort kaufen sie Linsen, pflanzliche Würstchen, Saft und Eis.
Die Gutscheine werden problemlos angenommen. Ein Ausweis wird nicht verlangt. Der Gutscheinwert wird einfach als Gutschrift vom Gesamteinkauf abgezogen.
Auch als ein anderer Mensch nach FriGGa einen Kombieinkauf macht: er kauft einen Tee und auch ein Bier mit Bargeld und Gutschein, gibt es keinen Kommentar.
Die Aktivisten sprechen darauf mit der Kassiererin und der Leitung, die sich erkundigt. Sie nehmen die Gutscheine erstmal an, auch wenn wegen der Rückfragen Alkohol, Jobcenter usw. erstmal etwas Ungewissheit besteht.
Das Kind hat sein Eis inzwischen aber schon aufgegessen.

Bei "Le Crobag" werden Gutscheine von SODEXO angenommen - allerding nicht bei DEM Crobag.

Weiter geht es zu Yorma's.
Dort werden die Scheine offenbar generell nicht akzeptiert.
Die junge Kassiererin holt sich Verstärkung.
Eine resolute Frau lässt sich auf ein längeres Gespräch ein, worin es auch um Bewerbungen/Zwangsbewerbungen in Unternehmen wie Yorma's geht.
Sie bekommt oft solche Empfehlungen von Kandidaten vom Jobcenter, aber die Leute kommen meist nicht oder gehen nicht ans Telefon. Das Thema Sanktionen scheint ihr aber generell eher neu zu sein, auch dass Leute von Lebensmittelgutscheinen "leben" müssen.
Ein Sanktionierter könnte also, wenn er bei Yorma's angestellt wird, gar nicht seine Gutscheine dort einlösen.

Es gibt auch, wie eine Frau bei Burger King berichtet, mehrere Gutscheintypen. Sie dürfe nur die "Restaurantvariante" annehmen und nicht die "Wertgutscheine", wie das Jobcenter sie ausgibt.
Es kommt zu einem längeren Gespräch mit der Mitarbeiterin von Burger King während gerade kaum Kundschaft im Laden ist.
Sie berichtet von eigenen Erlebnissen und Sanktionen durch das Jobcenter, obwohl sie schon lange ihre Arbeit hat. Auch sie wurde drangsaliert, sich andere Arbeit zu suchen, sich zu bewerben und für alle Termine und Vorsprachen musste sie natürlich frei nehmen - weil Mann und Familie arbeitslos waren.
Auch diese Dame, die sonntags an einem herrlichen Frühsommertag bei künstlichem Licht und ohne Klimaanlage in der Küche Kunden freundlich bedient, taucht in der Sanktionsstatistik als "faule Hartzerin" mit auf. Sie findet die Gründe, weswegen FriGGa sanktioniert wurde, absurd und es ist nicht in ihrem Sinne (im Sinne einer Werktätigen Angestellten), dass FriGGa überhaupt sanktioniert wird.

Da die Burger-King-Mitarbeiterin vorschlägt, mal zum Body Shop zu gehen, testen sie die Hygieneartikel bzw. Kosmetikartikel. Gibt es da eine Abgrenzung?
Ob ein Luxuspeeling oder Lidschatten jetzt dazugehört oder nur etwas wie "Duschgel", können sie nicht in Erfahrung bringen, weil der Laden nur Zwischenhändler ist und gar nicht irgendwelche Gutscheinsysteme mitmacht.
Diese Frage kommt FriGGa erst im Nachhinein und sie wird dazu ggf. mal bei dm nachfragen...

Weiter geht es zu Rossmann.
Dort werden offenbar die Gutscheine angenommen.
Für 2 EUR plus 4 Cent Bargeld dazu holt sich FriGGa ein Männerduschgel und ein "KinderJOY" für ihren Sohn. Das ist eine Art Überraschungsei, das nicht nur eine Nahrungsmittelkomponente enthält (Süßkram), sondern auch eine Spielzeukomponente.
Kommentarlos klappt der Einkauf. Nachfragen zum Thema Gutscheine/Sanktionen/Hartz IV werden sie freundlich wegkomplimentiert mit "ja, das ist schlimm."

--> Bei Gemüseläden/Spätis (wo man z.B. Obst, frische Kräuter, türkische und arabische Lebensmittel usw. bekommt) werden die Gutscheine in der Regel nicht angenommen.
--> Eine längere freundliche Debatte hat es wohl auch in der "LPG" (Bioladen) gegeben, wo die Gutscheine nicht akzeptiert wurden.


Einkaufsversuch beim Netto Markendiscount am 29. 05. 2017

FriGGa kauft Lebensmittel im Wert von 7,82 EUR ein, sie hat 10EUR dabei und Gutscheine im Wert von 1,50 EUR.

"Es piepst an der Kasse, als die Gutscheine rübergezogen werden.
Die Kassiererin hat solche Gutscheine nie zuvor gesehen und ich erkläre ihr den Hintergrund.
Es stellt sich dann aber heraus, dass die Gutscheine gar nicht abgerechnet wurden! Auf der Quittung stehen sie als Barcode aufgeführt, jedoch ohne Betragsbuchung!
Der Chef wird hinzugezogen auf meine Reklamation hin. Er erklärt, dass "heutzutage nur noch die richtigen Lebensmittelgutscheine, also die großen" vom Jobcenter "und den anderen" angenommen würden! Früher wäre das anders gewesen, daher zeigt die Kasse wohl die Gutscheine-Codes noch an, jedoch ohne Wertstellung. Es habe in der Vergangenheit zu viel Ärger mit Gutscheinsystemem gegeben und manchmal sei das Geld (vom Jobcenter) nicht überwiesen worden.
Markteingriff durch Ausschluss seiner Ladenkette und Bevorzugung anderer Läden? Dem Marktleiter oder Schichtleiter ist das egal - aber er versteht meine Einwände..."


31. 05. 2017, FriGGa gibt ihre letzten Lebensmittelgutscheine aus

"
Am 30. hatte ich einen Jobcentertermin - danach nutzen wir die Chance, nochmal einen NETTO Markendiscount aufzusuchen. Der Markt liegt sehr dicht beim Jobcenter Berlin Pankow, hinter dem auch eine Unterkunft für Geflüchtete liegt. Wir kommen wieder mit den Mitarbeitern ins Gespräch, die meinen, sie hätten schon oft solche Gutscheine vorgelegt bekommen und sie jedesmal nicht genommen. Man müsse sich "die großen Zettel vom Jobcenter" geben lassen, das würden sie akzeptieren... 
Nachdem ich abends bei Lidl 1,50 EUR in Gutscheinen erfolgreich eingelöst habe, möchte ich meine letzten 20,00EUR irgendwo einlösen.
Wie wenig die Scheine akzpetiert werden, ergibt ein Spaziergang am Schlachtensee.
Ich gehe in einen ALDI-Markt. Auch dort, beim Inbegriff des günstigen Einkaufs, werden die Sodexo-Scheine nicht akzpetiert. Eine sehr freundliche Kassiererin ruft extra für mich eine Kollegin herbei, die mir das schriftlich bestätigt. Das gilt für ALLE ALDI-Filialen.
Richtige Zettel vom Jobcenter würden sie aber ggf. akzeptieren.
Nun gut, ich gehe weiter zu "dm".
Dort werden die Gutscheine - wie sich nach einem längeren Telefonat einer Mitarbeiterin herausstellt - nicht akzpetiert. Auch genrell nicht - in keinem dm.
Das also zu der Frage mancher Leute, ob "Grundeinkommens-" Götz Werners Geschäft Geschäfte mit den Sanktionen macht.
Auch bei dm und ALDI erkläre ich das Problem vom "Eingriff in den Markt" - die Reaktionen sind ähnlich wie bei den beiden NETTOs in denen ich war.
Ein nahkauf WÜRDE die Scheine akzeptieren... aber die Preise sind mir für das, was ich kaufen möchte, zu teuer...

Bei einem Lidl in meiner Wohnungsnähe löse ich dann den Gutschein über 20,00EUR ein. Diesmal werde ich das erste Mal überhaupt nach der Vorlage eines Passes gefragt und zeige im Zuge dessen auch meine Sanktionen.
Die Kassiererin guckt betreten-mitleidig. Ich erläutere ihr den Wettbewerbsvorteil durch das Jobcenter gegenüber ALDI und NETTO.
Da ich etliche Packungen Speisestärke, Öl, Mehl, Salz, Zahnpasta, Duschgel usw. wunderbar in einem Lernwerkstattprojekt als Material einbringen kann, bringe ich meinen Einkauf dort hin, lasse mir aus der dortigen Materialkasse den Tauschwert an Geld geben (wovon ich dann wieder Lebensmittel da einkaufen kann, wo die Scheine NICHT akzeptiert werden) und freue mich, dass die "gnadenvoll gewährten Gutscheine" (die ich vermutlich nach Abschluss der nächsten "EKS" in Anbetracht meiner Honoraraufträge zumindest anteilig bezahlen muss ;-P) am Ende zur Kreativität meiner jungen Mitmenschen beitragen, die sich jetzt wieder eifrig Schleim, Knete und ähnliches daraus herstellen werden.

Jetzt gilt es die Markteingriffe der Jobcenter durch Verwendung der Gutscheine anzuprangern (wenn jemand weiß wie, dann gern gerichtlich!).


Aktualisiert am 18. 06. 2017:
Seit einigen Wochen (parallel zum Erdbeermund-Erotik-Thema) besteht Interesse seitens einer TV-Produktion am Thema Lebensmittelgutscheine. Ob oder in wie fern ich da mitwirken kann, ist noch offen - tendenziell lieber als Expertin - nicht als "Homestory" Familie, die mit den Gutscheinen losläuft. Diesen Blogbeitrag habe ich ihnen schon als Recherchegrundlage angeboten.

20. 09. 2017: ich habe derzeit WIEDER Lebensmittelgutscheine vorrätig!
https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/lebensmittelgutscheine-fuer-gemeinsame-einkaeufe/721091504-287-3494

Kommentare:

  1. Frigga W.: "Am 12.05. war ich mit einigen anderen Interessierten mit Lebensmittelgutscheinen im Abgeordnetenhaus von Berlin. [...] Es wurde der Vorgesetzte gerufen, der angab, dass solche Scheine dort nicht akzeptiert würden. [...] Es gab dann noch ein kurzes Gespräch mit der Kassiererin, die selber (bis vor Kurzem oder noch) Hartz-IV-Betroffene war und sich immer noch über das Jobcenter ärgerte. Die Arbeit hatte sie sich selbst gesucht ohne Hilfe des Jobcenters."

    Aktuell sitzen im Abgeordnetenhaus von Berlin:
    SPD: 38 Sitze
    CDU: 31 Sitze
    Grüne: 27 Sitze
    Linke: 27 Sitze
    AfD: 24 Sitze
    FDP: 12 Sitze
    fraktionslos: 1 Sitz

    Diäten (Abgeordnetenentschädigung Abgeordnetenhaus von Berlin)
    Die Abgeordneten erhalten eine der Bedeutung ihres Amtes angemessene Entschädigung (Diät), die es ihnen ermöglichen soll, als Vertreter aller Berliner frei von wirtschaftlichen Zwängen zu wirken. Die zu versteuernde monatliche Entschädigung beträgt 3742 Euro. Die Abgeordneten erhalten daneben für die Aufwendungen, die durch ihr Mandat veranlasst werden, eine Amtsausstattung (Büroausstattung und Sachmittel). Als nicht steuerpflichtige monatliche Kostenpauschale erhalten sie einen Betrag von 2518 Euro für Schreibarbeiten, Porto, Telefon, Fahrkosten sowie für die Unterhaltung eines Büros außerhalb des Abgeordnetenhauses. Gegen Nachweis werden den Abgeordneten Büroausstattungskosten (Um- und Ausbau, Instandsetzung, Schönheitsreparaturen) in Höhe von bis zu 5000 Euro pro Wahlperiode erstattet. Unterhält ein Abgeordneter kein externes Büro, wird die Kostenpauschale um 1000 Euro gekürzt. Werden externe Büros gemeinschaftlich genutzt, so verringert sich die Kostenpauschale um 150 Euro. Die Kostenpauschale wird darüber hinaus regelmäßig gekürzt, wenn die Abgeordneten einer Parlamentssitzung (Abzug von 50 Euro) oder einer Ausschusssitzung (Abzug von 25 Euro) fernbleiben. Den Abgeordneten werden zudem die Aufwendungen für die Beschäftigung von bis zu drei Mitarbeitern erstattet, die sie bei der Erledigung ihrer parlamentarischen Arbeit unterstützen (bis zu 3021 Euro monatlich, zuzüglich der gesetzlichen Lohnnebenkosten des Arbeitgebers). [https://www.parlament-berlin.de/de/Lexikon/Diaeten]

    Kantine (Abgeordnetenhaus von Berlin)
    Den Kantinenbetrieb im Abgeordnetenhaus von Berlin übernimmt die gemeinnützige GmbH Union Sozialer Einrichtungen - USE.
    Öffnungszeiten:
    Montag bis Donnerstag 08.00 - 16.00 Uhr
    Freitag 08.00 - 15.00 Uhr
    Frühstück
    08.00 - 11.00 Uhr
    Mittagstisch
    Montag bis Donnerstag 11.30 - 16.00 Uhr
    Freitag 11.30 - 15.00 Uhr
    Für externe Mittagsgäste ist der Einlass ab 13 Uhr möglich.

    Für externe Mittagsgäste ist der Einlass ab 13 Uhr also möglich. Berlin hat momentan 500.000 Hartz IV Bezieher, also eine halbe Million. Jedes dritte Kind in Berlin lebt von Hartz IV, wie die Süddeutsche Zeitung schon am 31.05.2016 titelte. Deutschland hat insgesamt 5 Millionen Hartz IV Bezieher (ohne Aufstocker). 10% aller Hartz IV Empfänger Deutschlands leben in Berlin. Vielleicht sollten die 500.000 Berliner Hartz IV Empfänger täglich in die Kantine des Abgeordnetenhauses von Berlin gehen um sich von ihrem Hartz IV Regelsatz für Nahrung und alkoholfreie Getränke (4,77 Euro am Tag) mal so richtig "vollzufressen". Vielleicht könnten die Hartz IV Bezieher in der Kantine des Abgeordnetenhauses auch mal einen Abgeordneten fragen, wie es möglich ist, dass allein in Berlin schon 500.000 Hartz IV Bezieher sitzen aber gleichzeitig JC-Mitarbeiter, wie Herr M. aus dem Jobcenter Pankow, nichts anderes dazu einfällt als Berlins Hartz IV Bezieher zu sanktionieren und man den Hartz IV Beziehern dann auch noch frech SODEXO-Gutscheine gibt, die aber nicht einmal im Abgeordnetenhaus von Berlin akzeptiert werden (???).

    Rick

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    1. Aktuell sitzen im Abgeordnetenhaus von Berlin:
      SPD: 38 Sitze
      CDU: 31 Sitze
      Grüne: 27 Sitze
      Linke: 27 Sitze
      AfD: 24 Sitze
      FDP: 12 Sitze
      fraktionslos: 1 Sitz

      160 Berliner Abgeordnete, die sich einen feuchten Scheißhaufen um 500.000 Hartz IV Empfänger kümmern. Auf einen Abgeordneten kommen in Berlin 3125 Hartzer. Vielleicht sollte der Arbeitsvermittler Herr M. den 160 Abgeordneten mal einen Job vermitteln, denn ihrer eigentlichen Aufgabe als Vertreter aller Berliner kommen die 160 Berliner Abgeordnete ja nicht nach.

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    2. 5 Millionen Hartz IV Empfänger (3,4 Millionen erwachsene ALG II Empfänger und 1,6 Millionen Hartz IV Kinder) gibt es in Deutschland.

      500.000 Hartz IV Empfänger (also etwa 340.000 erwachsene ALG II Empfänger und ca. 160.000 Hartz IV Kinder) soll es allein in Berlin geben.

      Was machen unsere Politiker gegen die ausufernde Armut in Deutschland? NICHTS machen unsere Volksvertreter, weil sie schon lange nicht mehr das Volk vertreten. Sie haben aber eine Behörde erschaffen, die Angst verbreitet und so tut als ob es in Deutschland tatsächlich noch Jobs geben würde, von dem ein Mensch auch menschenwürdig existieren kann.

      "Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen." sagte Robert Duvall in dem Kriegsfilm "Apocalyse Now".

      "Ich liebe den Geruch von ängstlichen Hartz IV Empfängern am Morgen." sagt Herr M. im Jobcenter Berlin Pankow.

      Wann wird diese Idiotie endlich ein Ende haben und das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) aus den ängstlichen und zu Sklaven degradierten Hartz IV Empfängern wieder freie Menschen machen, die dann keine Angst vor solchen abartigen Typen wie diesen Herrn M. aus dem Jobcenter Berlin Pankow mehr haben müssen?

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    3. Die Anstalt – Grundeinkommen
      https://www.youtube.com/watch?v=A7HEXYbu53o

      Die komplette Sendung vom 16.05.2017 ist auch sehr sehenswert. Da geht es z.B. um Leiharbeiter sowie um Gewerkschaften die nichts mehr für die kleinen Arbeiter tun und das die BA mit ihren Jobcentern den Wirtschaftsbossen nur noch Arbeitssklaven vermitteln.
      https://www.youtube.com/watch?v=7yrFHWBuWzg

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    4. Die Anstalt - Klage Leiharbeiter - Prof. Däubler
      https://www.youtube.com/watch?v=c_-kE8oqu2M

      Unter der Mailadresse prof.daeubler@labournet.de können sich an einer Klage interessierte Leiharbeiter (bzw. Ex-Leiharbeiter einer Leiharbeitsfirma) an Herrn Prof. Däubler wenden. Vielleicht kann man mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof auch endllich einmal die Sklavenvermittler aus den Jobcentern in ihre Schranken weisen. Weitere Informationen findet man unter dem genannten Video auf Youtube (Die Anstalt - Klage Leiharbeiter - Prof. Däubler). Da einfach auf "Mehr Anzeigen" klicken.

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    5. Verstand ist stets bei Wenigen nur gewesen
      Interview mit Professor Wolfgang Däubler
      http://archiv.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/psa/daeubler1.html

      [Die Anstalt, Prof. Wolfgang Däubler und LabourNet Germany] Gesucht: LeiharbeiterInnen für eine Klage vor dem EuGH für gleichen Lohn und gleiche Bedingungen auch in Deutschland
      http://www.labournet.de/politik/alltag/leiharbeit/arbed_leiharbeit/die-anstalt-prof-wolfgang-daeubler-und-labournet-germany-gesucht-leiharbeiterinnen-fuer-eine-klage-vor-dem-eugh-fuer-gleichen-lohn-und-gleiche-bedingungen-auch-in-deutschland/

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  2. Prostituierte auf Lebensmittelgutschein (Cocktails)?

    Erwerbsloser in der Discothek
    https://aufgewachter.wordpress.com/2017/05/18/erwerbsloser-in-der-discothek/

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  3. „Diese Frage kommt FriGGa erst im Nachhinein und sie wird dazu ggf. mal bei dm nachfragen...“

    Sind damit die dm-Drogerie Märkte gemeint? Das sind doch die Läden von Götz Werner. Götz Werner ist Gründer der Initiative „Unternimm die Zukunft“ für ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE).

    „Ach, wie schön wäre es, wenn die Regierung einen hätte wie Götz Werner, den Mann vom dm-Markt, der ungewöhnlich denkt und handelt und Erfolg hat.“ schrieb der Tagesspiegel am 24. Juni 2006.

    Es ist nur schade, dass von Leuten wie Götz Werner seit Jahren keine Meinung über ALG II, die Sanktionspraxis, Hartz-IV Armut, Kinder- und Rentnerarmut, Obdachlosigkeit, u.s.w. mehr zu hören ist, obwohl seine Vorstellungen vom BGE diese soziale Ungerechtigkeit doch endlich beenden könnte.

    „Die Wirtschaft hat nicht die Aufgabe, Arbeitsplätze zu schaffen. Im Gegenteil. Die Aufgabe der Wirtschaft ist es, die Menschen von der Arbeit zu befreien.“ [Götz Werner, Interview in der Stuttgarter Zeitung vom 02.07.2005]

    „Die Zeiten der Vollbeschäftigung sind endgültig vorbei. Vollbeschäftigung ist ein Mythos. Eine Lüge.“ [Götz Werner, Interview im Stern, 14.05.2006]

    2013 schätzte das manager Magazin Götz Werners Gesamtvermögen auf ca. 1,1 Milliarden Euro. Man sieht, der Mann ist doch finanziell frei in seinem Urteil über die schändliche Politik in Deutschland und hat es nicht nötig Stiefel zu lecken, wie so viele andere in diesem Land.

    1.100.000.000 Euro. Davon könnte man einen winzigen Teil nehmen um diverse Anwaltspraxen zu beauftragen Hartz IV endlich zerschlagen. Aber Milliardäre reden lieber über soziale Gerechtigkeit, anstatt zu handeln.

    Für Menschen die mit so großen Zahlen nichts anfangen können, hier eine kleine Rechnung. Wenn man 1.000.000.000 € bei der Bank mit 2% anlegt, dann bekommt man am Ende des Jahres 20.000.000 € an Zinsen heraus oder 54794 € am Tag. Dafür könnte man viele Rechtsanwälte zahlen, ohne als Milliardär arm zu werden. Wie gesagt, schade dass der Mann sich nicht etwas mehr für soziale Gerechtigkeit einsetzt, sondern nur seine Bücher über das BGE bei AMAZON verkauft. In den USA ist es ähnlich, auch da reden Milliardäre wie Bill Gates, Elon Musk und Mark Zuckerberg über soziale Gerechtigkeit und das BGE, ohne aber wirklich zu handeln.

    In Deutschland folgt man ohnehin lieber einem Mann wie Hans-Werner Sinn, dem ehemaligen Präsidenten des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung. der frech sagte „Je niedriger der Lohn, desto mehr Arbeit ist da.“

    T.T.

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    1. ja, ich meine dm drogeriemarkt gegründet von Götz Werner, wo ich gern einkaufe und wo ich mich auf Zwang meines Arbeitsvermittlers auch schon beworben hatte, die Gelegenheit nutzend, auch auf das hinzuweisen, was mich mit dm schon verbindet.

      Ja dm könnte gern SPONSOR werden von dem von mir mitgeführten GRundeinkommensprojekt, das wir über eine Unternehmensgesellschaft umsetzen:
      grundeinkommen-für-alle.org ;-)
      Beziehungen sind in der Angelegenheit sehr wichtig - in meinem/unserem Fall müsste offenheit für "unkonventionelle Leute" bestehen, die nicht über Definitionen von außen sondern auch über eigene Betroffenheit ihre Stimme erheben und schonmal loslegen - sich nicht eines SCHmuddelimages schämen, sondern auf ihre Besonderheiten stolz sind.
      Wenn Götz Werners NAchfolger sich für solche Geschäftspartner begeistern können, dann freuen auch wir uns über eine baldige Zusammenarbeit.
      Die Aufnahme eines bestimmten, das BGE sponsernden Produktes in ihre Regale ginge aber auch.
      So etwa ist ja auch schon einiges von VEGANZ in den Regalen dort zu finden, was dann zu einem klitzekleinen Beitrag hilft, das eine oder andere BGE zu verlosen.
      GRundeinkommen-für-alle.org ist die "Komplementäridee" dazu: nicht die Verlosung eines gesamten BGEs an EINEN, sondern die aufnahme von immer mehr Probanden mit einem MINI-BGE, um eine Struktur aufzubauen... die letztlich ALLEN (gleichzeitig) offen stehen soll. Damit GIBT es schon zwei tolle unmittelbare BGE-Forschungsprojekte in Deutschland, die in der Praxis stattfinden und früher gab es auch schon das eine oder andere...

      und wer weiß, was noch so an Ideen umgesetzt werden wird...

      Natürlich nimmt grundeinkommen-für-alle auch gern Anfragen und Zusammenarbeitsbekundungen von anderen Unternehmen entgegen. Als Gegenleistung bewerben wir das Produkt/Angebot/Dienstleistung des Sponsors, der sich auch selbst mit seinem BGE-Sponsoring schmücken kann ;-)

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